Grabfunde als archäologische Quellen


Vortrag von Rüdiger Kelm im Bürgerhaus Albersdorf

Wichtige Quellengruppen der archäologischen Forschung sind neben Siedlungs- und Hortfunden die Gräber, die zu bestimmten Zeiten typische Formen und Beigaben aufweisen. Die Grabanlagen selbst und die Behandlung bzw. Ausstattung der Toten können unter günstigen Umständen Hinweise auf die religiösen Vorstellungen und den Jenseitsglauben der damaligen Menschen geben.
Bereits in der Jungsteinzeit gab es verschiedene Arten der Bestattung, seien es die bekannten Großsteingräber, aber auch einfache Erdgräber und die ersten Brandbestattungen. Aus der Bronzezeit sind viele, teilweise heute noch gut erhaltene Grabhügel auf der Dithmarscher Geest überliefert. Vor allem mit dem Beginn der jüngeren Bronzezeit gingen die Menschen dann dazu über, ihre Toten mit den Beigaben auf großen Scheiterhaufen zu verbrennen und zumeist in Keramikurnen zu bestatten.
Von den Bestattungsplätzen der Eisenzeit sind aufgrund der damaligen Anlage von Flachgräberfeldern ohne dauerhafte Grabmarkierungen keine sichtbaren Spuren im Gelände mehr vorhanden.
Die Brandbestattung blieb bis in das früheste Mittelalter hinein die übliche Beisetzungsform, die erst im Laufe der ab ca. 800 n. Chr. einsetzenden Christianisierung von der Körperbestattung abgelöst wird. Grabbeigaben treten nun nur noch vereinzelt auf und verschwinden mit der Anlage der frühen Kirchfriedhöfe mehr oder weniger vollständig.

Das Thema der ur- und frühgeschichtlichen Bestattungssitten wird im Rahmen eines Vortrags des Archäologen Dr. Rüdiger Kelm vom Albersdorfer Museum für Archäo-logie und Ökologie Dithmarschen am Mittwoch, den 18. 1. 2012 um 19.30 Uhr im Albersdorfer Bürgerhaus anhand von Lichtbildern dargestellt.